Archiv für den Monat: September 2016

Después

Jetzt ist schon fast Oktober und ich bin bereits seit über vier Wochen wieder zu Hause. Ich weiß, dass ich vor allem zum Ende hin wenig geschrieben habe, möchte aber trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen diesen abschließenden Blogeintrag schreiben.
Im letzten Jahr gab es Höhen und Tiefen: Anfangs war es mit der Sprache sehr schwer und somit auch nicht ganz so leicht, sich mit den Kindern in der Schule zu verständigen; zum Jahreswechsel sind wir sehr viel gereist, auch meine Mama war zu Besuch und wir haben richtig viel vom wunderschönen Nicaragua sehen können; zurück in San Rafael war ich dann voll im Alltag drin, die Wochenenden waren aber trotzdem immer wieder Highlights; das Fußballturnier mit meinen Jungs hat mega Spaß gemacht und ich wäre mit ihnen gerne noch eine Runde weiter gekommen, denn die Jungs waren echt super gut; nach sieben, acht Monaten –das muss ich zugeben- hing ich etwas durch, hatte Heimweh, Bock auf das kommende Studium, für das ich mich zu der Zeit bewerben musste und wollte unbedingt ein lecker Wiener Schnitzel essen; die letzten drei Monate waren super, wir fuhren kaum noch weg, weil wir lieber mit Freunden am Strand in Masachapa waren; zum Ende hin wurden schon die Tage gezählt, vor allem aber, weil wir jeden einzelnen ausnutzen und auch gar nicht mehr zurück nach Deutschland wollten. Die letzten zehn Tage hatten wir bereits keine Schule mehr, mussten aber noch zwei Tage zum Abschlussseminar und verbrachten sonst jede frei Minute mit Freunden oder unseren Familien oder halt mit Dingen, die noch zu erledigen waren. Die letzten Tage waren somit ziemlich vollgepackt, nach dem Motto: „Wir müssen den noch besuchen und dem noch Fotos ausdrucken und da noch hin und dort noch Abschiedsgeschenke kaufen“.. und so weiter und so fort. Am letzten Sonntag schmissen wir eine kleine Abschiedsparty – nachmittags kamen unsere Familien, die wir bekochten und mit denen wir eine schöne Zeit verbrachten, abends kamen dann unsere Freunde und ich muss sagen, wir könnten Party-Planner werden 😉

Mittwochs ging es dann zum Flughafen. Wir hatten einen kleinen Bus gemietet, um ein paar Freunde mitzunehmen. Schließlich wurde der Bus dann doch sehr voll. Es war sehr sehr schön mit allen am Flughafen, es wurden jedoch auch ein paar Tränen vergossen.
Etwa 18 Stunden später kam ich dann in Düsseldorf am Flughafen an und durfte natürlich erst einmal auf meine Familie warten, aber schließlich kamen sie dann doch und hatten mich nicht, wie befürchtet, vergessen. 😀
Die vergangenen 5 Tage war ich auf dem Nachbereitungsseminar, welches zum Freiwilligendienst noch dazu gehört. Es war schön, Geschichten von Leuten zu hören, die in Ecuador, Mexiko oder Indien waren und eine ähnliche Erfahrung gemacht haben aber im Detail doch ganz andere Dinge erlebt und gesehen haben. Auch Reflexion und Selbstreflexion sowie entwicklungspolitische Themen wurden viel besprochen und Ideen gegeben, wie man sich weiterhin entwicklungspolitisch einsetzen kann. Dies möchte ich auch versuchen und würde mich natürlich auch freuen, wenn der ein oder andere, der das hier liest, auch darüber nachdenkt, sich zu engagieren oder wenigstens versteht, in was für einem Luxus man im Allgemeinen in Deutschland lebt.

Ich freue mich jetzt auf mein Sportstudium, das Mitte Oktober beginnt.
Olivia, Matteo und Vincent sind mir richtig ans Herz gewachsen und wir teilen jede Menge Erlebnisse, die wir nie vergessen werden. Ich liebe euch drei sehr!
Hiermit möchte ich mich auch noch einmal bei allen für ihre Unterstützung bedanken, ob im Förderkreis oder durch nette Wünsche und auch für das Interesse an mir und meinen Geschichten.
Insgesamt habe ich im vergangenen Jahr in Nicaragua sehr viel gelernt und hoffe, dass ich auch etwas geben konnte. Ich würde so ein Jahr auch noch einmal machen und auch jedem empfehlen. Man lernt nicht nur etwas über ein fremdes Land mit unterschiedlicher Kultur, sondern vor allem auch über sich selbst.

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