Kategorie-Archiv: Nicaragua erkunden

Semana Santa

In der Semana Santa (Osterwoche) machten Vincent, Olivia und ich uns auf den Weg nach Honduras. In einem richtigen Reisebus fuhren wir 8 Stunden – inkl. sehr langem Stopp an der Grenze- in die Hauptstadt Honduras. Tegucigalpa ist allein schon beeindruckend, weil es komplett auf Hügeln liegt. Im Gegensatz zu Managua wirkt die Stadt moderner. Es gibt viele Hochhäuser, überall sind Geschäfte amerikanischer (Fast Food) Ketten und es pfeift, ruft oder zischt einem kaum einer hinterher (sehr angenehm). Schnell fällt auf, dass überall Soldaten und Polizisten stehen oder durch die Stadt laufen, oft schwer bewaffnet, aber eigentlich kann man sich dadurch ja nur sicher fühlen.

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Von Tegucigalpa aus machten wir uns auf den Weg zum Lago de Yojoa, wo wir leider nicht viel unternehmen konnten, weil es echt kalt war und den ganzen Tag regnete. Aber als wir auf dem Rückweg noch einmal hier vorbei kamen, sahen wir, wie schön es hätte sein können.
Als nächstes fuhren wir in den Ort Copán Ruinas, der Grund, warum wir eigentlich nach Honduras wollten. Nur einen Kilometer vom Ort entfernt ist eine große Stätte mit alten Maya Ruinen: Tempel, Grabstätten und Statuen. Viele Sachen sind gut erhalten und alles ist wirklich sehr beeindruckend. Die folgenden zwei Tage (wir kamen nicht weg, da aufgrund der Feiertage kein einziger Bus fuhr) waren wir noch etwas in der Umgebung unterwegs. Überall dort findet man alte Steinhaufen, die mal Maya Häuser oder ähnliches waren. Die Reise hat sich gelohnt.

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Vacaciones Teil 2

Kurz nach Weihnachten bekam ich Besuch von zu Hause: Am 26. Dezember holte ich abends meine Mama am Flughafen in Managua ab. Schon am nächsten Tag begaben wir uns dann auf Reisen. Wir begannen mit mir schon bekannten Orten – einen Tag Granada und zwei Nächte Isla de Ometepe.

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Danach fuhren wir nach San Carlos, einer kleinen Stadt auf der anderen Seite des Nicaraguasees. San Carlos ist der Startpunkt für Ausflüge auf und über den Río San Juan, welcher vom Nicaraguasee bis ins Karibische Meer fließt. Und auch wir nutzten die Stadt als diesen. Mit dem Boot ging es auf dem Fluss erst nach El Castillo, einen kleinen Ort, direkt am Fluss, mit Stelzenhäusern und einer Festung, welche die Spanier im 18. Jahrhundert gebrauchten, um ihre Seite des Landes zu verteidigen. Bei einer Nachttour sahen wir Kaimane, eine Wasserschlange, viele verschiedene und andere Tiere.

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Auf dem Rückweg verbrachten wir zwei Nächte in einer Lodge am Fluss, in der wir jede Menge Aktivitäten machen konnten.
Nun ging es mit Bus und Booten Richtung Karibik. Bluefields und Pearl Lagoon sind zwei sehr nette Städtchen, die uns sehr gefielen. Hier, auf der Karibikseite leben hauptsächlich dunkelhäutige Menschen. Die Gebrauchssprache ist eher Englisch als Spanisch, aber sehr oft hört man auch Miskito oder Kreolisch. Überall stehen Palmen und die Häfen sind voll mit kleinen Booten und großen Schiffen.

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Um zu den Corn Islands zu kommen, verbrachten wir 5 Stunden an Deck eines Transportschiffes. Auf Little Corn gibt es keine Autos, dafür sehr viele Hostels und Strandhütten, gefüllt mit Touristen. Trotzdem sind die Strände, die überall am Rand der kleinen Insel zu finden sind, nicht überfüllt und eigentlich kann man sagen, wir waren im Paradies angekommen. Wir entspannten am Strand, schwommen im türkisblauen Wasser und ich machte ein paar Tauchgänge, bei denen ich Haie und Rochen sehen konnte.

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Nach ein paar Tagen ging es mit einer Panga zu Great Corn. Die Fahrt dauert nicht lange, aber es passiert schnell, dass man komplett nass ist, oder die Übelkeit einen überkommt, dank starken Wellengangs. Great Corn Island ist ganz anders als Little Corn: größer, es gibt Straßen und Autos (und einen Bus, der immer im Kreis fährt) und weniger Touristen. Trotzdem bleibt das Karibikgefühl, denn die Strände sind schön und das Wasser sehr blau.

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Für den Rückweg nach Managua hatten wir einen Flug gebucht. In einem 12-Sitzer flogen wir über Meer und Land und konnten dem Piloten beim Steuern zusehen.

Masaya

Am frühen Samstagmorgen machten wir uns (leider ohne den kranken Vincent) auf den Weg nach Masaya. Nachdem wir angekommen und ein Hostelzimmer bezogen hatten, war der erste Schritt eine Nachttour zum Vulkan Masaya zu organisieren. Zwischen 16 und 16.30 Uhr sollte es losgehen, also hatten wir noch etwas Zeit, um Masaya zu erkunden. Nach einem Mittagessen machten wir uns auf den Weg zum malecón, einer Ufermauer, von der aus man einen schönen Blick über die Laguna de Masaya hat.

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Wieder im Parque Central angekommen, bestellten wir Batidos (Obstsmoothies) und genossen diese an einem etwa vier Meter hohen Tisch auf genau so hohen Stühlen. Hoch unter herunter kommen, waren zwar eine etwas wacklige Angelegenheit, aber immerhin konnten wir alles überblicken und wer möchte nicht mal auf einer Höhe mit den Tauben sein frisches Getränk genießen.

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Am Nachmittag wurden wir dann am Hostel abgeholt und zum Parque Nacional Volcán Masaya gefahren. Dieser Vulkan ist der aktivste in ganz Nicaragua. Zuerst stiegen wir auf einen hohen Punkt, von wo aus wir eine weitreichende Sicht auf die Umgebung hatten. Langsam wurde es dunkel und der nächste Stopp war eine Höhle, in die man fast 200 Meter hineinlaufen konnte (aber nur mit Helm und Taschenlampe). Schon hier flatterte die ein oder andere Fledermaus an der Decke entlang. Danach begaben wir uns zu einem Fledermausausgang. Innen drin flatterten die Tiere fröhlich umher (sobald man das Licht ausschaltete) und kamen auch hinaus geflogen. Wieder zurück am Weg merkte man ganz deutlich die giftigen Schwefelgase des Vulkans in seinem Hals, also ab ins Auto und zurück zum Ausgangspunkt. Dort konnte man nämlich jetzt im Dunkeln vom Rande des Kraters aus hinunter blicken und das orange-rote Leuchten der Lava sehen. Irgendwie nicht sehr beruhigend, wenn man bedenkt, dass der Vulkan jeden Moment ausbrechen könnte…

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Wir überlebten es jedoch und kamen heil wieder im Hostel an. Am nächsten Morgen gingen wir zum Mercado Artesanías, einem großen Markt, auf dem unendlich viele handgemachte Dinge (Taschen, Armbänder, Shirts, Zigarren, Hängematten und vieles, vieles mehr) angeboten werden und man sich beherrschen muss, nicht an jedem Stand Souveniers zu kaufen.

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Nach dem Mittagessen holten wir unsere Rucksäcke aus dem Hostel und machten uns auf den Weg zum Busbahnhof. Zumindest wollten wir das. Auf dem Weg war ein Straßenumzug; die Leute trugen meist gruselige Verkleidungen, manche stellten aber auch die früheren Bauern da, welche Schilder mit Sprüchen trugen.

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Isla de Ometepe

Anfang November hatten wir ein verlängertes Wochenende und konnten uns schon Freitags auf den Weg zum Nicaragua-See machen. Nach einigen Malen Umsteigen in völlig überfüllte Mikrobusse (28 Leute in einem 16-Sitzer!!) kamen wir endlich in San Jorge an, von wo aus wir eine Fähre zur Isla de Ometepe nahmen. Diese Insel besteht aus zwei Vulkanen, die durch eine Landbrücke verbunden sind. In Moyogalpa aßen wir erstmal zu Mittag und machten uns dann zu unserem ersten Ziel Playa Santo Domingo auf. Unser Hostel lag direkt am See, was wir trotz Regen zum Baden nutzten. Außerdem hatte man einen wunderbaren Blick auf Maderas, den kleineren der beiden Vulkane. Am Samstagmorgen machten wir und bereits um kurz vor 7 auf den Weg, um einen durch den dichten Wald führenden Pfad entlang zu laufen. Und das frühe Aufstehen lohnte sich: Wir sahen (und vor allem hörten) Brüllaffen und kleinere Affen, verschiedene Vögel und Pflanzen (z.B. Bäume, die Stacheln an der Rinde haben und Lianen) und eine fette Kröte, die mitten auf dem Weg saß.

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Nach einem Frühstück mit wunderbarer Aussicht machten wir uns auf den Weg zum Ojo de Agua, einem künstlich angelegten Pool inmitten der Natur, mit Slackline zum Balancieren und Tarzanschwinge. Ziemlich cool, aber nicht so spektakulär wie erwartet. Mittags machten wir uns dann auf den Weg nach Santa Cruz, am Rande des Vulkans Maderas liegend. Dort übernachteten wir in einem –nennen wir es- alternativen Hostel. Mit Reisklo und Mülltrennung (Müll in einen Mülleimer zu werfen ist schon eher unüblich, aber dann auch noch zu trennen..). Matteo und ich schliefen in Hängematten, wobei das darüber hängende Moskitonetz leider nicht viel brachte.

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Am nächsten Morgen trafen wir uns bereits um 7 mit unserem Guide, der uns in den folgenden Stunden den Vulkan hochführen sollte. Der Aufstieg war sehr anstrengend (ich glaube ich habe in meinem Leben noch nie so viel geschwitzt). Es ging über Felsen, Wurzeln, Matsch, durch einen Baumstamm (dort flatterten uns unzählige Fledermäuse um die Köpfe). Aber nach knapp 4 Stunden kamen wir endlich am im Krater liegenden See an. Dort hatten wir dann etwa eine Stunde Zeit, um stolz zu sein, etwas zu entspannen und zu trocknen. Dann kam der Rückweg, nicht viel weniger anstrengend, vor allem weil es teilweise sehr matschig und meist rutschig war. Nach drei Stunden kamen wir dann fertig, aber glücklich wieder im Hostel an.

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Am nächsten Tag traten wir mit Muskelkater die Rückreise nach San Rafael del Sur an.
Das nächste Mal ist der größere Vulkan Concepción dran;)

 

Granada

Letzte Woche am Samstagmorgen um kurz nach 7 saßen wir im Bus Richtung Managua; von dort aus ging es dann weiter in die Kolonialstadt Granada, wo wir als erstes wieder den Weg vom Busterminal zum Zentrum herausfinden und dann eine ganze Weile laufen mussten. Schon auf dem Weg fiel auf, dass Granada komplett anders ist als León. Ganz andere Häuser, sehr viele Kirchen, direkt am Managua-See liegend und im Hintergrund den Vulkan Mombacho.
Nachdem wir unsere Betten in einem sehr zentral liegenden Hostel bezogen hatten, begaben wir uns auf die obligatorische Kutschfahrt. Eine Stunde lang fuhren wir an allen wichtigen Punkten vorbei, während der Kutscher uns in einfachsten Spanisch zu fast allem etwas erzählten konnte.

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Mit einigen Ideen, was wir an diesem Wochenende machen und sehen wollten, spazierten wir zuerst zur Iglesia de la Merced, einer etwas heruntergekommen, aber schönen Kirche. Dort konnte man über eine sehr sehr schmale Wendeltreppe in den Glockenturm hinaufsteigen. Da oben war es wirklich super. Wir konnten über die ganze Stadt sehen, bis zum Vulkan – eine sehr schöne Aussicht. Das einzig negative war das Schild, das uns verbot die Glocken zu läuten.

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Abends suchten wir eine ganze Weile ein bestimmtes Restaurant, nur weil es dort Steinofenpizza geben sollte. Die war echt lecker und mit der Nica-Pizza nicht zu vergleichen. Danach saßen wir auf der Haupttourismusstraße mit haufenweise Nicas und Touristen zusammen und schauten den Leichtgewicht-Weltmeisterschafts Boxkampf El Chocolatito vs. Brian Viloria. Der Nicaraguaner El Chocolatito gewann durch technisches K.O. und alle rasteten total aus und feierten lautstark den Sieg.
Den Sonntag begonnen wir mit einem üppigen Pfannkuchenfrühstück in Kathy’s Waffle House, welches wir bei der folgenden Wanderung durch die gesamte Stadt direkt wieder abtrainierten. Wir gingen zur Antigua Estación del Ferrocarril (Alter Bahnhof), wo man sich sehr alte Eisenbahnwaggons anschauen kann. In die spanische Festung Fortaleza La Polvora konnten wir leider nicht herein, davor spazierten wir kurz danach ein ganzes Stück über den Friedhof, dessen hunderte Steingräber echt beeindruckend sind. Auf dem Weg liefen wir an mehreren Kirchen vorbei und drehten natürlich auch einmal über den Markt (obwohl man sagen muss, dass das auf Dauer langweilig wird, weil die Märkte im Grunde doch alle sehr ähnlich sind).

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Nachmittags machten wir uns dann auf den Rückweg nach San Rafael und starteten Montag in eine neue Arbeitswoche.

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Mercado Huembes in Managua

Am letzten Samstag waren wir in der Hauptstadt Managua, vor allem um ein paar Dinge zu kaufen. Nach einer 1 ½ stündigen Busfahrt stiegen wir, wie schon einige Male zuvor aus und standen direkt inmitten eines riesigen Marktes. Da es in Strömen regnete, sind wir da dann auch erstmal hinein geflüchtet. Hier gibt es einfach alles: Neben Kleidung und Schuhen hängt Fleisch, daneben sind ein Frisör, eine Apotheke und neben dem nächsten Schuhladen gibt es Obst und Gemüse, Reis und Bohnen- alles in großen Mengen. In den Gängen werden wir dauernd gefragt „Qué busca, amor?“ („Was suchen Sie, Liebes?“) und teilweise wird man schon am Arm gepackt und muss aufpassen, nicht in die Läden gezogen zu werden. Sowas wie einen ‚Food Corner‘ gibt es auch. Mehrere offene Restaurants, das heißt überdimensionale Töpfe mit Suppe, große Pfannen über Feuer und ein paar Tische und Stühle. Hier gibt es eine große Auswahl an leckerem und günstigem Essen. Ich hoffe, dass man sich das Ganze mithilfe der Bilder einigermaßen vorstellen kann.

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Las Fiestas Patronales en El Jicaral

Am letzten Septemberwochenende machten wir vier Freiwilligen uns auf den Weg in das Dorf El Jicaral, eine Stunde von León entfernt. Schon am Freitagabend (wie anscheinend schon die gesamte Woche) ging es auf dem zentralen Platz zu, wie auf einer Kirmes: Ein Riesenrad drehte seine Runden, Kinder tobten sich auf Trampolinen aus und an jeder Ecke gab es Essensstände. Von denen machten wir auch bald schon Gebrauch. Wir aßen Fleisch vom Grill zusammen mit Kochbananenchips und Salat- alles frisch, sehr lecker und wie so oft ohne Besteck. Schon beim ersten Rundgang fühlten wir uns wie eine Attraktion, da sich hier her wahrscheinlich noch seltener `Weiße` verirren als nach San Rafael. Am Abend kamen wir bei der Familie unseres Nica-Freundes Anry unter.
Am nächsten Vormittag machten wir uns auf dem Weg zum Fluss. Dort spannten wir zuerst zwei Hängematten und begaben uns dann ins –nicht ganz so- kühle Nass des Flusses. An einigen Stellen war der Fluss einige Meter tief und so begannen wir auf immer höhere Felsen zu klettern und anschließend wieder herunter zu springen. Wir waren die einzigen Personen und die Umgebung war unglaublich schön und ruhig.
Mittags ging es zurück ins Dorf. Das Pferderennen hatten wir nun leider verpasst, aber den Hahnenkampf wollten Matteo und Vincent sich nicht entgehen lassen (Olivia und ich haben stattdessen lieber bei der Familie gesessen und für Anry Bier und Ceviche verkauft. Gegen Abend sind wir dann zurück zu den Häusern, um uns für die ‚Party‘ fertig zu machen. Nachdem wir abends wieder gut gegessen hatten, machten wir uns später auf den Weg auf die Tanzfläche. Der ‚Club‘ war einfach der überdachte und umzaunte Sportplatz, für den nun Eintritt verlangt wurde. Dort spielte eine Band typisch nicaraguanische Musik und die Leute tanzten in Paaren dazu. Und wenn ich in Paaren sage, dann meine ich das auch – neben so manch einem Tanzpaar sahen wir Vier mit unseren Standartbewegungen echt traurig aus. Machte aber auch nicht viel. Wir hatten trotzdem jede Menge Spaß und die Nicas wahrscheinlich auch an uns.
Am Sonntagvormittag wollten wir uns dann eigentlich so langsam auf den Rückweg begeben, da der einiges an Zeit in Anspruch nehmen sollte. Während des Vormittages aber ging es Vincent auf einmal schlecht und er musste sich hinlegen. Leider ging es ihm mit der Zeit eher schlechter als besser und wir konnten die Rückreise mit dem Bus noch nicht antreten. Olivia, Matteo und ich nutzten das aus und konnten uns noch den Hípico ansehen. Sehr sehr viele Reiter auf Pferden (und einer auf einem Ochsen) ritten bzw. stolzierten nach allen Regeln der Dressurkunst die Straße entlang. Das Ganze war ein Wettkampf, an dem Frauen, Männer und auch Kinder teilnahmen und sehr nett anzusehen.
Leider ging es Vincent auch am Nachmittag nicht besser und wir fuhren mit ihm ins örtliche Krankenhaus. Dort bekam er Medikamente und legte sich danach wieder ins Bett. Wir anderen kochten gemeinsam etwas und gingen dann bald schlafen. Am nächsten Morgen fühlte Vincent sich um einiges besser (und sah auch wieder gesünder aus) und so konnten wir uns endlich auf den Rückweg nach San Rafael machen, wo wir nachmittags fertig ankamen.
Am nächsten Tag ging es wieder an die Arbeit.

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ein Reiter beim Hípico
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Hahnenkampf mit mitfieberndem Publikum
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Ausflug zum Fluss

León

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Da aufgrund der Feiertage ein verlängertes Wochenende vor uns lag, wollten wir dieses nutzen, um uns mal mehr als San Rafael anzusehen. Freitagabend beschlossen wir, dass es am nächsten Vormittag in die Revolutionshauptstadt León gehen sollte. Mit unseren Rucksäcken bepackt, trafen wir uns zum Geld abheben an der Bank. Bis wir dann los konnten, dauerte es noch eine ganze Weile, da vor dem Bankautomaten eine sehr lange Schlange war. Dann fuhren wir in einem Bus 1 ½ Stunden nach Managua. Dort liegt der Busterminal mitten auf einem Markt (oder der Markt am Busterminal?) und wir waren erst etwas verwirrt. Glücklicherweise rufen einige Personen immer die Richtung der Busse und wir stiegen in einen Expressbus nach León.
In León angekommen stellten wir fest, dass wir sehr weit außerhalb des Zentrums waren. Wir liefen ein ganzes Stück, bis wir zum zentralen Park kamen. Das nächste Ziel war ein Hostel. Als erstes liefen wir in die falsche Richtung, fanden dann aber doch irgendwann das Hostel, welches wir gesucht hatten. Leider hatten die keine Betten mehr frei. Also weiter. In der Zwischenzeit hatte es angefangen zu gewittern und schon zwei Blocks weiter fing es an zu regnen. Unsere Rucksäcke konnten wir noch in Regenhüllen packen, bevor es richtig losging. Auf einmal standen die Straßen 30 cm unter Wasser, ein Gullideckel wurde von der Wucht des Wassers nach oben gesprudelt und wir waren klitschnass, liefen (bzw. schwammen) aber noch weiter, da wir ganz in der Nähe eines Hostels sein mussten. Dann schlug ein Blitz ein paar Meter neben uns ein und uns wurde klar, dass es nicht ganz so sinnvoll war, durch das Wasser zu laufen. Als wir so auf einem hohen Bordstein standen und versuchten, dem Wasser auszuweichen sahen wir dann das Schild von dem Hostel, wo wir hinwolllten. Wir waren gerade vorbei gelaufen.

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Nachdem wir umgezogen und unsere Schuhe mit Zeitungen ausgestopft waren und vor den Ventilatoren hingen, gingen wir abends noch etwas mit dem gerade kennengelernten Anry essen.

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Ihm gehört Más adventures Day Tours. Und wir beschlossen, am nächsten Tag mit ihm Sandsurfen zu gehen.
Am Sonntagmorgen ging es also mit dem Auto zum Cerro Negro. Auf dem Weg sahen wir Sesamfelder und an Kakteen wachsende Drachenfrüchte.

Mit einem Brett bewaffnet bestiegen wir dann den Vulkan Cerro Negro, der das letzte Mal 1999 ausgebrochen war. Wir durften sogar in den Krater, wo Schwefeldämpfe aus dem Boden kommen. Oben angekommen, hatte man eine atemberaubende Sicht; auf die anderen Vulkane und bis zum Pazifik. Wir zogen Anzüge und Schutzbrillen an und surften nacheinander mit unseren Boards den sandigen Vulkan runter.

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León selber ist eine süße Stadt mit sehr viel Leben. Abends ist richtig viel los im Park und in den Straßen und es gibt ein paar mehr Touristen, wodurch wir mal nicht die einzigen ‚Weißen‘ waren.

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Hier werden gerade traditionell Nacatamales gekocht. Sind sehr lecker

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Am Dienstag ging es dann wieder zurück nach San Rafael del Sur.

Die erste Woche

Eine Woche ist nun schon um und es wird Zeit für meinen ersten richtigen Blogbeitrag. Ich beginne ganz von vorne, aber zu Anfang: Mir geht es gut und gesund bin ich auch. Es ist sehr warm – täglich über 30° (und nachts wird es nicht viel kälter). Ich wohne in einer netten Familie in dem Städtchen San Rafael del Sur.
Am Montag sind wir gegen halb 11 abends am Flughafen in der Hauptstadt Managua angekommen, dort abgeholt und sofort nach San Rafael in unsere Gastfamilien gebracht wurden. Da es mitten in der Nacht war, musste meine Gastmutter erstmal wach geklopft und gerufen werden. Xiomara zeigte mir dann mein Zimmer: Kleiderschrank, kleines Tischchen, Ventilator und ein großes Bett, dessen Qualität ich dann auch sehr bald prüfte, um endlich etwas Schlaf zu bekommen. Die Nacht war nicht sehr lang, aber trotzdem sehr erholsam. Zum Frühstück gab es nicht, wie erwartet Reis und Bohnen, sondern Spiegelei mit Tortilla und dazu ein seltsames Getränk, welches ich inzwischen als Wasser mit Maisgetreide oder ähnliches identifiziert habe. Kurz nach 9 wurden wir Freiwilligen dann mit dem Toyota Pickup von CEDRU eingesammelt und zur oficina gefahren, wo es mit dem ersten Seminartag bzw. dem Kennenlernen losging. Anschließend haben wir die ersten Informationen über unsere Einsatzstellen erhalten. Ich werde an der Escuela Felix Pedro García in El Salto Sport unterrichten. Nach dem Mittagessen fuhren wir dann zum Bildungsminister von San Rafael, um uns vorzustellen und danach zur Schule in San Pablo, der Einsatzstelle von Vincent. Wir durften auf der Ladefläche des Pickups mitfahren – ein Highlight für uns vier. Mit allen Lehrern saßen wir dann in einem Raum zusammen; jeder stellte sich vor, die Regeln für den Sportunterricht und der Stundenplan wurden erklärt und geklärt und einige Dinge mehr, die wir nicht nur wegen unserer fehlenden Spanischkenntnisse, sondern auch aufgrund einer auf dem Schulhof stattfindenden lautstarken Probe der Schulkapelle (viele Trommler & einige Bläser) nur schlecht verstehen konnten. Anschließend gab es noch eine kleine Führung über den Schulhof und einen Snack im Lehrerzimmer. Dann ging‘s auf der Ladefläche zurück in die Stadt und schon war der erste Seminartag beendet.
Später trafen wir uns noch im Park. Der Park besteht aus einem Rondell oder Pavillon in der Mitte, einem Brunnen und vielen Bänken. Alles ist sehr bunt, wie eigentlich die gesamte Stadt. Außerdem gibt es öffentliches Wifi, das anscheinend stark genutzt wird und auch für uns perfekt ist, um mit Familie und Freunden zu kommunizieren. Nur leider schläft zu Hause jeder wenn wir Schluss haben, da Deutschland zeitlich 8 Stunden vor Nicaragua liegt.
Der zweite Tag begann für mich auch schon früh, was aber nicht wirklich schlimm ist, wenn man gegen 21.00/21.30 Uhr schlafen geht (um 18.30 Uhr ist die Sonne weg und es draußen stockdunkel). Morgens bellen sich Hunde gegenseitig an, die Papageien im Garten streiten sich und die Hitze in meinem Zimmer ist fast unerträglich (habe zwar 2 Fenster, kann aber leider keines öffnen). Um kurz nach 9 ging dann der zweite Seminartag los. Wir besuchten die anderen Schulen, wo das gleiche Procedere wie bei der ersten Schule ablief. An meiner zukünftigen Arbeitsstelle bekamen wir eine Rundführung und als ich der zweiten Klasse vorgestellt wurde, umarmten die Schüler mich alle auf einmal. Das hat mich sehr gefreut und mir einen Haufen Motivation für meinen ersten Arbeitstag am Dienstag gegeben. Die waren echt mega süß und haben sich voll gefreut! Außerdem schauten wir uns die Tagesstätte für behinderte Kinder Los Pipitos an, wo Olivia im nächsten Jahr arbeiten wird.
Am Mittwochmorgen war ich das erste Mal auf dem Markt; dieser ist jeden Tag geöffnet und man kann so gut wie alles kaufen.

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Am Donnerstagnachmittag haben wir dann eine Tour durch San Rafael gemacht (auf Dauer und vor allem manchen Strecken ist es auf der Ladefläche dann doch nicht so bequem zu sitzen); das Krankenhaus, eine Kalkfabrik, Wandmalereien der Indígenas, einen Nationalpark und eine weitere Schule besucht und waren dann zum ersten Mal am Strand. Masachapa ist nur 12km von der Stadt entfernt und der Strand ist traumhaft..
Inzwischen sind wilde Pferde- und Kuhherden schon fast normal für uns (und Hunde sieht man auf der Straße ja sowieso überall), aber in den Dörfern spazieren auch noch Schweine frei auf der Straße herum.

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Am Freitag war dann schon der vorerst letzte Seminartag bei CEDRU. Wir mussten Präsentationen über unsere Vorurteile halten, ein Theaterstück mit einem Konflikt aufführen und bekamen dann die Lehrpläne für jede einzelne Stufe. Nachdem noch ein Experte für die educación física einen Vortrag über den Sportunterricht gehalten hat, bekamen wir endlich unsere Stundenpläne und den Plan für das nächste Jahr. Zum Abschluss gab es dann einen sehr süßen, aber leckeren Kuchen und Cola.
Anschließend konnten wir Sportlehrer uns dann noch Material aussuchen, welches von vorherigen Freiwilligen übrig geblieben war. Den darin gefunden Baseballschläger mussten wir dann erstmal auf dem nächsten Sportplatz ausprobieren.
Die ersten Tage bei CEDRU waren eigentlich locker und entspannt, aber trotzdem freuten wir uns auf’s Wochenende.
Am Samstagmorgen haben wir uns dann auf den Weg nach Masachapa gemacht. Am Strand sind nur wenige Leute, das Wasser ist angenehm warm und schön blau und die Wellen sind teilweise ziemlich hoch. (Das einzig Negative: es liegt viel Müll herum- auch sonst in der Stadt, den Dörfern und auf den Straßen- und ab und zu muss man Fischresten auf dem Boden ausweichen.) Das ganze haben wir dann erstmal genossen!